Heute war ein wunderschöner Sonnentag. 28 Grad, ein kleines Lüftchen und keine Wolke am Himmel. Deshalb saßen wir schon um halb elf im Park vorm Weißen Haus auf einer Bank und redigierten den letzten Vertragsentwurf während Schulklassen für Fotos posierten, Fernsehreporter ihrer Arbeit nachgingen und ein vereinzelter Protestler auf Schildern für den Frieden warb. Irgendwo zwischen intellektueller Hochspannung und halbschattigem Sonnenbad gelang uns spielend ein zufriedenstellender Spagat.
Bis, ja bis ein Ordnungshüter unseren Frieden störte.
"Folks! The Park has been shut down! Leave, now!"
Verwunderte Blicke, Anflüge zivilen Ungehorsams durch Nichtbeachtung, dann doch sittsame Hingabe in das unerklärliche, unabwendbar scheinende Schicksal. Es blieb keine Wahl. Wenige Minuten später, der Park verschwenderisch leer, abgeschirmt von Polizisten. Passanten die nahezu klaglos den Umweg in Kauf nehmen. Wir bleiben kurz, wollen wissen was passiert.
Ein Hubschrauber taucht auf, verschwindet wieder. Sirenen heulen, aber nur der Krankenwagen. Keine Erklärung, keine weiteren Aktionen vorm Weißen Haus. In Washington fragt man nicht warum, man nimmt es halt hin. Die nationale Sicherheit geht vor.
Euer WP
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen